Arbeitssicherheit & Arbeitsschutzgesetz (Aktuelles) Stand: 27.03.2026
Die DGUV meldet für 2025 erneut sinkende Unfallzahlen und stellt Krisenresilienz in den Mittelpunkt ihrer Arbeitswelt-Befragung 2026. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) veröffentlicht vorläufige Zahlen, nach denen die meldepflichtigen Arbeitsunfälle 2025 auf rund 730.598 zurückgingen. Gleichzeitig legt die DGUV das DGUV Barometer Arbeitswelt 2026 vor, eine repräsentative Befragung zu Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit mit Fokus auf Krisenresilienz (u. a. Vorbereitung auf Pandemien, Brände, Cyberangriffe sowie Naturkatastrophen und Stromausfälle).
Die überarbeitete DGUV Vorschrift 2 ermöglicht seit 01.01.2026 einen größeren Anteil digitaler Betreuung in der sicherheitstechnischen und arbeitsmedizinischen Beratung. Nach Information der BG RCI dürfen Betriebsärztinnen/Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit bis zu einem Drittel der Einsatzzeiten als IKT-Beratung (telefonisch/online) erbringen, wenn die betrieblichen Verhältnisse bekannt sind und zuvor eine Betriebsbegehung erfolgt. In begründeten Ausnahmefällen kann der digitale Anteil auf bis zu 50 % steigen.
Quelle: BG RCI – Aktuelle Meldung „Überarbeitete DGUV Vorschrift 2 tritt zum 1.1.2026 in Kraft“
Das BMAS verfolgt eine Modernisierung und Entbürokratisierung des Arbeitsschutzes und will Regelungen effizienter und digitaler gestalten. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) beschreibt ein Gesamtkonzept zum Bürokratierückbau im Arbeitsschutz, das in drei Umsetzungspaketen erfolgen soll. Ziel ist eine stärkere Ausrichtung auf tatsächliche Gefahrenlagen und praxisgerechte Vereinfachungen insbesondere für KMU, ohne das Schutzniveau zu senken.
Quelle: BMAS – Meldung „Arbeitsschutz: Zukunftsfähigkeit stärken – Wirtschaft entlasten“ (27.10.2025)
Eine Bundesratsinitiative zielt auf den Abbau unnötiger Bürokratie auch im Arbeitsschutz und angrenzenden Schutzbereichen. Im Bundesrat ist ein Vorgang zum „Entwurf eines Gesetzes zum Abbau von unnötiger Bürokratie im Arbeitsrecht, Arbeitsschutz, Strahlenschutz und in der Chemikaliensicherheit“ (Drucksache 735/25) dokumentiert. Der Entwurf wurde als Länderinitiative eingebracht und in die Ausschussberatung gegeben.
Quelle: Bundesrat – Beratungsvorgang 735/25 (05.12.2025)
Am Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) selbst sind zuletzt punktuelle Änderungen dokumentiert, während größere Reformen vor allem als Vorhaben diskutiert werden. Eine öffentlich geführte Änderungshistorie weist für das ArbSchG eine Änderung mit Wirkung zum 30.12.2025 (u. a. § 23) aus. Für die Praxis bleibt daher wichtig, neben dem Gesetzeswortlaut auch die angekündigten Reformpakete und Initiativen im Arbeitsschutz fortlaufend zu beobachten.
Quelle: Buzer – Änderungen ArbSchG (chronologische Übersicht)